Mehr als eine kohlensäurehaltige Bitterlimonade

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Dass Tonic Water unter UV-Licht leuchtet, ist nicht das einzig Coole an diesem prickelnden Softdrink. Bereits vor der Geburtsstunde des Gin Tonic, war dieses Getränk beliebt. In jüngster Vergangenheit fristete die bittere Erfrischung aber ein Dasein im Schatten, aus dem es langsam, aber sicher in das Scheinwerferlicht tritt.

Wer kennt sie nicht? Die Cocktail-Philosophen, die stundenlang über den besten Gin der Welt diskutierten können und dann ihren Cocktail mit einem 08/15 Tonic Water auffüllen. Der beste Gin verliert seinen Geschmack, wenn er mit dem falschen Tonic Water gemixt wird. Wer aber denkt, dass die bittere Limonade nur der Sidekick des Mixgetränkes ist, irrt. In den vergangenen Jahren hat sich ein regelrechter Hype um das chininhaltige Getränk entwickelt und neue Entwicklungen haben aus dem stiefmütterlichen Softgetränk einen stilvollen Trunk gemacht, ob als Zutat in einem Drink oder für sich. Woher kommt aber das Tonic Water und wo geht die Reise hin? Ein Blick zurück und ein Blick nach vorne.

Älter als der Cocktail

Auch um die Geschichte des Tonic Waters ranken sich zahlreiche Mythen. An Theken hört man oft die Geschichte, dass britische Kolonialtruppen auf ihren Expeditionen in Soda gelöstes Chinin tranken, um Malaria vorzubeugen. Die bittere Medizin ergänzten sie mit Zucker, Zitrone und Gin. So schützte man sich nicht nur vor der Tropenkrankheit, sondern sorgte gleich für etwas Heiterkeit und Geschmack. Auch wenn die Geschichte nicht stimmt, so ist sie mindestens schön erfunden. Tatsächlich ist Tonic Water um einiges älter als der Cocktail. Die heilende Wirkung der Chinarinde bei Malaria, aus der man das Chinin für das Softgetränk gewinnt, entdeckte man bereits im 16. Jahrhundert in Südamerika. Missionare, die sich mit Medizin auskannten, brachten den Wirkstoff in die Apotheken Europas und experimentierten damit herum. Bereits Ende des 17. Jahrhunderts stellte man aus Chinarinde und Wein ein Heilmittel zur Fieberbekämpfung her, mit dem Namen «English Remedy». Und erst hier kommen die britischen Soldaten ins Spiel, denen der Chininwein verabreicht wurde. Mit der Zeit entwickelte sich aus der Medizin ein Softgetränk, das sich dank seines bitteren Geschmacks und seiner anscheinend anregenden Wirkung grosser Beliebtheit erfreute. Wer jetzt denkt, dass er für seinen nächsten tropischen Urlaub ein 6er Tonic Water mitnehmen kann, liegt leider falsch, denn die bittere Erfrischung hat man nie als Heilmittel gegen Malaria eingenommen. Dazu wäre im Übrigen auch die darin enthaltene Menge an Chinin nicht hoch genug gewesen, wie moderne Studien und ein aus dem Jahr 1883 stammendes Rezept für Tonic Water belegen.

Steigende Beliebtheit

Tonic Water, wie wir es heute kennen, tauchte erst im 19. Jahrhundert auf. Es ist auch nicht überraschend, dass man mit dem einprägsamen Geschmack für neue Drinks experimentierte, wie es typisch für die Mixgetränke war. Da Chinin nicht immer verfügbar war, schwankte die Beliebtheit der Brause über die Jahre auch mit der Lieferbarkeit der kostbaren Zutat. Durchgesetzt hat sich das meist farblose Getränk aber erst in jüngster Zeit wieder. Entscheidend hierfür waren die zahlreichen neuen Gin-Sorten, die unterschiedlichste Geschmacksrichtungen hervorgebracht haben. Die Bitterlimonade spielte dabei eher eine untergeordnete Rolle. Der Markt wurde dabei lange Zeit von einigen wenigen «big playern» dominiert. Dies änderte sich aber vor kurzem.

Keine Medizin

Bevor wir aber auf die künftigen Entwicklungen eingehen, noch einige fun facts zu dieser unverkennbaren Soda. Der Bittermacher im Softdrink, das sogenannte Chinin wirkt schmerzstillend und fiebersenkend. Chinin wirkt auch krampflösend und wird deshalb zur Vorbeugung und Behandlung bei Muskelkrämpfen eingesetzt. Aber keine Angst, wenn ihr euren Gin Tonic trinkt, müsst ihr nicht mit Nebenwirkungen rechnen, denn die Dosis des Wirkstoffes ist sehr gering. Sie ist aber hoch genug, dass euer Drink unter ultraviolettem Licht intensiv hellblau leuchtet.

Neue Kreationen

Wie auch bei Spirituosen zu beobachten, so hat sich das Qualitätsbewusstsein auch bei den Herstellern von Softgetränken erhöht. Zunehmend wir experimentiert, damit das Tonic Water für sich als Süssgetränk, in einem alkoholfreien Cocktail oder in einem Drink mit Schuss den bestmöglichen Geschmack entfaltet. Dabei bedienen sich die Produzenten unterschiedlicher Methoden, die insbesondere der Veredelung dienen. Entstanden sind dabei die sogenannten Premium Mixers. Im Gegensatz zu herkömmlichen Premium Mixern werden die Kreationen von Double Dutch mit dem sogenannten Flavour Pairing entwickelt. Die Idee basiert darauf, dass sich Zutaten nur dann ergänzen, wenn sie die wichtigsten Geschmackskomponenten teilen. Gurke mit Wassermelone oder Basilikum mit Granatapfel sind nur einige, dieser ausgefallen Kombinationen, die einen völlig neuen Zugang zur Geschmackswelt eröffnen. Die Schöpfungen haben sich dabei auch vom Gin gelöst und bieten für jede Spirituose die passende Begleitung. Dazu zählen selbstverständlich auch alkoholfreie Drinks. Der echte Tonicfan sollte aber unbedingt die Kreationen aus dem Hause Double Dutch einmal für sich, pur, probieren.