Kennst du alle Gin-Sorten?

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Kaum eine Spirituose ist beliebter und vielfältiger: Gin ist heute ein Kaleidoskop an unterschiedlichen Geschmacksrichtungen. Wir nehmen dich mit auf eine Reise zu den verschiedenen Gin-Sorten.

Was haben Katzen, Schiesspulver und Holzfässer gemeinsam? Sie stehen alle für Gin-Sorten. Mittlerweile gibt es eine Vielzahl an Kategorien für den beliebten Wacholderbrand und es ist schwer sich einen Überblick zu verschaffen. In den letzten Jahren hat der Gin eine wahre Renaissance erlebt. Gin steht für Entspannung und unzählige Geschmackskreationen. Die Vielfalt geht auf eine lange Geschichte und zahlreiche Gin-Sorten zurück, die wiederentdeckt oder auch neu entwickelt wurden. Eine Fahrt durch die Welt der Gin-Kreationen.

Botanicals für Magie

Eigentlich kann Gin aus jedem Neutralalkohol hergestellt werden. Üblicherweise wird er aus Getreide oder Kartoffeln, aber auch Trauben und anderen Obstsorten gebrannt. Der Grundstoff spielt eine eher untergeordnete Rolle, denn erst mit den Pflanzenextrakten, den sogenannten Botanicals, kommt die Magie in die Flasche. Neben Wacholder, der in jedem Gin enthalten sein muss, zählen Beeren, Kardamom, aber auch Zitrusschalen zu den häufigsten Zutaten. Diese Pflanzenextrakte werden dem Alkohol beigesetzt, der dann gebrannt und verfeinert wird. Damit haben wir die Blaupause für den Gin.

Strenges Reinheitsgebot beim London Dry Gin

Das Markenzeichen eines typischen Londoner Dry Gins ist seine ausgeprägte Wacholder-Note. Deshalb gilt er auch für viele Liebhaber als der Klassiker. Der Name ist aber keine Herkunftsbezeichnung, sondern ein Qualitätsmerkmal. Damit sich ein Gin tatsächlich London Gin nennen darf, muss die Herstellung nach einem strengen Reinheitsgebot erfolgen. Künstliche Aromen haben in dieser Klasse nichts zu suchen. Bei anderen Gin-Kategorien dürfen Botanicals zu jedem beliebigen Zeitpunkt der Herstellung beigefügt werden. Nicht so beim London Gin. Die Zugabe der Pflanzenextrakte darf ausschliesslich zu Beginn des Destillationsvorgangs erfolgen. Der Name wird durch „Dry“ ergänzt, wenn keinerlei Süssung erfolgt. Ein erstklassiger Vertreter dieser Kategorie ist der Hernö London Dry Gin, der bereits mehrfach prämiert wurde und sich durch seinen runden Wacholdercharakter, frische Zitrusnoten und eine blumige Komplexität auszeichnet.

Süsse Katzen – der Old Tom Gin

Im Gegensatz zum London Dry ist der Old Tom Gin leicht gesüsst. Damals wurde der bittere, fast ungeniessbare Gin mit Zucker versetzt, um ihn appetitlich zu machen. Eine gelungene Kombination, denn so hat sich der Old Tom Gin zu einer beliebten Spirituose in den Londoner Bars entwickelt. Zu beliebt. Im 18. Jahrhundert waren die Engländer so hingerissen von dieser Kreation, dass die Regierung sie verbieten musste. Dadurch verlagerte sich die Produktion in den Untergrund und der Trunk wurde nur noch illegal ausgeschenkt. Statuen in Form von Katzen vor den Pubs, Bars und Kneipen wiesen darauf hin, dass man hier den beliebten Wacholderschnaps erhielt. An die Geschichte anschliessend ziert auch eine Katze den Hernö Old Tom Gin. Bei seiner Destillation wird eine zusätzliche Menge Mädesüss sowie ein Hauch von Zucker hinzugefügt. Die Süsse hebt die blumigen Noten an, setzt den Wacholder frei und macht den Gin noch geschmeidiger.

Natürliche Inhaltsstoffe beim Dry Gin

Dry Gins sind dem London Dry Gin sehr ähnlich, allerdings weniger reglementiert. Beim Dry Gin dürfen nur natürliche Gewürze und Aromastoffe verwendet, aber zu jedem Zeitpunkt der Herstellung zugegeben werden. Ebenso dürfen bei dieser Gin-Art verschiedene natürliche Farb- und Aromastoffe beigefügt werden, was beim London Dry Gin streng verboten ist. Eine schöne Variation dieser Herstellungsweise findet sich bei den Machern von Bobby’s. Bei der Fertigung des Bobby’s Schiedam Dry Gin werden die auserlesenen Botanicals einzeln gebrannt. Die Destillate werden erst beim letzten Herstellungsprozess in einem speziellen Verfahren sorgfältig gemischt. Die Aromen der Pflanzenextrakte können sich so bestmöglich entfalten und verleihen dem Schiedam Dry Gin seinen einzigartigen Geschmack.

Schiesspulver Beweis beim Navy Strength Gin

Nicht nur als Heitermacher, sondern auch als Medizin wurde Gin in der Marine verwendet, weshalb er gerade auf See mit einer reichen Tradition verbunden ist. Auf den langen Fahrten zu den entlegenen Kolonien lagerten die Seemänner Lebensmittel, Gin und Schiesspulver unter Deck. Einige stark angetrunkene Seemänner schütteten aber ihren Gin über das Schiesspulver, wodurch es unbrauchbar wurde. Um dies zu verhindern, wurde das Mindestmass an Alkohol auf 57 % vol. festgesetzt. Wenn das Schiesspulver nun getränkt wurde, zündete es dennoch. Um sicherzustellen, dass der Gin auf den Schiffen auch wirklich diesen hohen Alkoholgehalt aufwies, wurde etwas Schiesspulver mit Gin getränkt. Liess sich das Schiesspulver danach noch entzünden, sprach man von Gunpowder Proof oder dem Navy Strength Gin. Wer denkt, dass man einen Gin mit 57 % vol. nicht trinken kann, sollte den Hernö Navy Strength Gin versuchen. Trotz seiner Stärke ist dieser Gin von der Textur her weich, im Geschmack aber würzig und pfeffrig mit einer sanften Wärme.

Sloe Gin: Eigentlich kein Gin, aber doch einer

Wer es doch etwas sanfter mag, für den ist der Sloe Gin genau das Richtige. Sloe Gin fällt vor allem durch seine rötliche Farbe auf. Genauso besonders ist die Herstellungsart, denn dieser Gin wird nicht destilliert, sondern angesetzt. Es gibt Hersteller, die ihren Gin bis zu drei Monate ziehen lassen, wie etwa der Hernö Sloe Gin. Dabei werden Beeren der Schlehe (engl. sloe) zusammen mit Zucker in den Gin eingelegt. Was entsteht, ist eine weiche, blumige Kreation. Eigentlich darf man diesen Vertreter aufgrund des tieferen Alkoholgehaltes offiziell nicht als Gin bezeichnen, dennoch kann man hier gerne eine Ausnahme machen. Übrigens: Schlehdornbeeren selbst sind eigentlich nicht geniessbar, trotzdem erzeugen sie ein angenehmes Aroma.

Mit dem Genever back to the roots

Die Liste der Gin-Sorten liesse sich noch weiterführen. Zu nennen ist etwa noch der Reverse Gin, der nach der Herstellung in Holzfässern aufbewahrt wird, die zuvor für die Lagerung anderer Spirituosen verwendet wurden. Durch die Reifung in den Fässern nimmt der Gin die Aromen des Fasses an und verfärbt sich. Das Hause Hernö verwendet gar Wacholderholzfässern, wie beim Hernö Juniper Cask Gin. So bringen sie eine neue Geschmacksdimension an Wacholder in den Gin.

Zum Abschluss noch etwas für diejenigen, die gerne Old School unterwegs sind: Gin stammt eigentlich aus den Niederlanden und wurde dort Genever genannt. Erst in England wurde aufgrund der komplizierten Aussprache Genever zu Gin. Der Vorläufer des Gins ist somit der Genever, der in Schiedam das Licht der Welt erblicke. Noch heute lebt man dort diese Tradition und verknüpft sie mit der Moderne. Eine solche Verknüpfung ist der Bobby’s Schiedam Jenever, der indonesische Gewürze mit traditionellem Genever verbindet. Eine Verbindung zwischen Ost und West. Eine Verbindung von gestern und morgen, wie sie für jede Gin-Sorte charakteristisch ist.